Archiv der Kategorie 'Neonazis'

Schlägerei am Fläming-Bahnhof

MAZ vom 02.09.2019

In der Nacht zum Sonntag gab es eine Prügelei mit Verletzten in Bad Belzig. Streit zwischen Fußballfans oder rassistischer Übergriff – Polizei und Infocafé der Winkel sind sich uneins.

Am späten Samstagabend ist es auf dem Vorplatz des Fläming-Bahnhofes in Bad Belzig zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Dort hatten sich zwei laut Aussage der Polizei bislang unbekannte Männer mit zwei syrischen Männern geprügelt. Zeugen verständigten die Beamten gegen 23.20 Uhr.

Offenbar handelte es sich jeweils um Fans verschiedener Bundesligamannschaften, heißt es im Bericht der Polizeidirektion. Im Regionalexpress 7 ausgetragene Streitigkeiten, mit Bezug auf ein vorangegangenes Fußballspiel führten wohl dazu, dass die Situation eskalierte und sich die Männer in weiterer Folge schlugen.

Zwei unbekannte Beteiligte, deutsch sprechende Männer flüchteten noch bevor die Polizei eintraf. Ein fremdenfeindliches Motiv war demnach, zum Zeitpunkt der Anzeigenaufnahme nicht erkennbar. Beide Geschädigten wurden durch die Auseinandersetzung leicht im Gesicht verletzt und mussten später von Rettungskräften ambulant behandelt werden. Es wurde eine Strafanzeige wegen Körperverletzung aufgenommen.

Von einem gewalttätigen Übergriff nach rassistischen Beleidigungen spricht indes das Infoscafé „Der Winkel“ in Bad Belzig. Demnach hätten anfangs fünf Personen, die der rechten Szene zuzuordnen sind, auf einen kurdischen Geflüchteten eingeschlagen und ihn verletzt. Die Ermittlungen zum genauen Hergang dauern folglich noch an.

Flüchtlinge verletzt, Flaschenwurf gegen das Infocafé

In der Nacht zum Wahlsonntag ist ein in Bad Belzig lebender kurdischer Geflüchteter am Bahnhof Bad Belzig von drei angetrunkenen Personen, die der rechtsextremen Szene zuzurechnen sind, rassistisch beleidigt und angegriffen worden. Er erlitt eine Verletzung am rechten Auge. Einige der Täter konnten zusammen mit dem Geschädigten identifiziert werden. Anzeige wurde erstattet. Außerdem wurde in der gleichen Nacht eine Bierflasche gegen ein Fenster des Infocafés „Der Winkel“ des Belziger Forums e.V. geworfen. Es gibt Einschlagspuren, die Scheibe hat aber standgehalten. Es wurde ebenfalls Anzeige erstattet. Das war der dritte Anschlag gegen das Infocafé in diesem Jahr.

Schon vorher hatte das Infocafé drei weitere Übergriffe registriert: Am Donnerstag, dem 22. August, wurde die Polizei gegen 20 Uhr ins Übergangswohnheim im Weitzgrunder Weg gerufen. Dort trafen sie einen Bewohner mit einer inzwischen behandelten Kopfverletzung an. Gegenüber den Beamten gab der 26jährige an, dass ihm auf dem Weg zu seiner Unterkunft nahe dem Friedhofsberg drei Radfahrer entgegengekommen seien. Einer von ihnen habe ihm im Vorbeifahren gegen den Kopf geschlagen. Auch während des Bad Belziger Altstadtsommers wurden zwei Fälle von rassistischen Übergriffen gemeldet. Beide Male konnte die alarmierte Security eingreifen und Schlimmeres verhüten. Ob die Fälle polizeilich registriert wurden, ist nicht bekannt.

Schon wieder: Infocafé mit Nazi-Symbol beschmiert

MAZ vom 18.02.19

Erneut ist das Infocafé „Der Winkel“ in Bad Belzig zum Ziel eines offenbar politisch motivierten Angriffs geworden. Mitarbeiter der multikulturellen Einrichtung entdeckten am Wochenende ein Runen-Graffito an der Hauswand. Es ist innerhalb kurzer Zeit die zweite Attacke auf den Verein.

Kein Wochenende ohne neue Attacke: Das Infocafé „Der Winkel“ in Bad Belzig ist erneut das Ziel eines vermutlich politisch motivierten Angriffs geworden.

Innerhalb kurzer Zeit der zweite Anschlag
Mitarbeiter der multikulturellen Einrichtung entdeckten am Samstag an der Hauswand ein Graffito, das sie der rechten Szene zuordnen. Es handelt es sich bei dem mit blauer Farbe aufgesprühten Symbol um eine so genannte „Odal-Rune“ oder „Othala“, die zu Zeiten des Nationalsozialismus’ in Deutschland weite Verbreitung fand und auch heute in rechtsgerichteten und Neonazi-Kreisen weit verbreitet ist.

Vor allem bei der Hitlerjugend verwendet
Vor allem bei der Hitlerjugend und dem Rasse- und Siedlungshauptamt wurde es in der Nazizeit verwendet. Nach dem Krieg verwendete sie die im Jahr 1994 verbotene Wiking-Jugend. Das Symbol stammt ursprünglich von den alten Germanen. Das Zeigen der Odalrune ist in Deutschland grundsätzlich strafbar.

„Wir werten dies als erneuten rechten Angriff auf uns und unseren Verein“, heißt es seitens des Infocafés, das als bekannter Treffpunkt für Flüchtlinge gilt und in der Vergangenheit immer wieder mit Anschlägen, vermutlich von Rechts, zu kämpfen hatte. Der Verein hat Anzeige erstattet.

Infocafé „Der Winkel“ erneut attackiert

MAZ vom 11.02.2019

Ein Böllerwurf in der Nacht, rechtsextreme Sticker an Hauswänden und Türen: die soziale Einrichtung „Der Winkel“ in Bad Belzig ist erneut Ziel eines offensichtlich politisch motivierten Angriffs geworden.

Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag einen Anschlag auf das Infocafé „Der Winkel“ in der Bad Belziger Innenstadt verübt. Dabei wurde ein Böller gezündet und das Gebäude, in dem die soziale Einrichtung logiert, mit Stickern beklebt.

Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt. So seien die Aufkleber der rechten Szene zuzuordnen, heißt es aus dem Umfeld der Einrichtung.

Kritik an zunehmenden Angriffen
Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang war telefonisch bislang nicht erreichbar. Zudem blieb eine MAZ-Anfrage zum Fall von der Fachbereichsleiterin der äußeren Verwaltung Petra Isa Tersch unbeantwortet.

Benjamin Stamer engagiert sich seit Jahren beim selbst ernannten Infozentrum für Toleranz, gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Der 28-Jährige beklagt, dass das Gebäude ein fortwährendes Ziel für Angriffe mit rechtem Hintergrund sei. Davon wolle er sich aber nicht einschüchtern lassen und weitermachen, äußerte Stamer.

„Ich habe den Eindruck, dass sich eine neue Akzeptanz für die Rechten in der Region gebildet hat“, kommentiert Stamer eine Anfrage der MAZ. Er erinnert er an Patrouillen so genannter Bürgerwehren, die im November durch Bad Belzig Streife liefen.

„Eigentlich ist man fast gewohnt, dass am Wochenende das Telefon klingelt“, sagt er im Hinblick auf den Angriff. Der 28-Jährige betont weiter, dass im Info-Café bereits seit 2015 Sicherheitsglas verwendet wird. Damals warfen Unbekannte im Juli die Fensterscheibe mit einem Stein ein.

Engagement gegen Rechtsextremismus
Die Tat am Wochenende habe Stamer nicht überrascht. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft die Scheiben bereits zerstört wurden“, sagt er . Stamer äußert weiter, dass die Mitglieder des Bad Belziger Forums nicht der linksextremen Szene zuzuordnen seien.

„Wir sind nicht das radikale Pendant zur NPD. Wir versuchen ein Stück weit, Demokratie zu leben und ein Zeichen für Toleranz zu setzen“, kommentiert er auf MAZ-Anfrage. Auch deshalb sollen im April beim Info-Café Informationsveranstaltungen zum Rechtsextremismus und rechter Gewalt stattfinden. Über den genauen Zeitpunkt werde noch verhandelt.

Seit 20 Jahren aktiv
Steffen Weidner engagiert sich seit 20 Jahren beim Info-Café. Der Bad Belziger blickt auf die Scheibe und erinnert sich an mehrere Angriffe. So wurde bereits im Mai 2016 ein Böller auf die Einrichtung geworfen. Bis heute ist das Loch sichtbar, dass durch den Angriff entstand.

Doch es wurde bunt dekoriert und mit Herzen übermalt. So sollte ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt werden. „Wir nehmen die negative Energie, drehen sie und verwenden sie gegen die Täter“, sagt Weidner weiter.

Er betont, dass der Böller dieses Mal nicht die volle Wirkung entfaltet habe. „Wir hatten Glück im Unglück“, kommentiert sein Freund Mathias Täge, der auf eine schnelle Aufklärung des Falls hofft. Nach dem Angriff dauern die weiteren Ermittlungen des Staatsschutzes an.

Nazilieder gesungen: Polizei löst Feier in Bad Belzig auf

MAZ vom 21.01.2019

Die Polizei hat in der Nacht zu Sonntag in der Bad Belziger Innenstadt eine Geburtstagsfeier aufgelöst. Teilnehmer hatten Nazi-Lieder gesungen und Nazi-Sprüche skandiert.

Polizeibeamte vernahmen in der Nacht zum Sonntag aus einer Wohnung in der Bad Belziger Innenstadt ein verbotenes Lied – verboten aufgrund seines volksverhetzenden Inhaltes. Danach skandierten mehrere Personen verbotene Nazirufe, die auf der Straße deutlich zu hören waren. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Die Polizisten stellten fest, dass der Wohnungsinhaber eine Geburtstagsfeier mit etwa 30 Gästen ausrichtete. Aufgrund der strafbaren Vorkommnisse und weil die Beamten die Gefahr der Wiederholung sahen, lösten sie die Feier auf. Die Identität der Anwesenden wurde festgestellt und ihnen ein Platzverweis erteilt.

Junger Mann beleidigt Polizisten
Ein 21-jähriger Bad Belziger wehrte sich gegen die Polizisten. Dieser wollte dem Platzverweis, trotz mehrfacher Aufforderung, nicht nachkommen. Stattdessen wurde er gegenüber den Beamten ausfallend und beleidigend.

Als ihm die Beamten androhten, ihn vorübergehend einzusperren, wenn er dem Platzverweis nicht folge, trat der junge Mann den Beamten aggressiv entgegen und versuchte, diese zu treten und zu schlagen. Die Polizisten wehrten den Angriff des Mannes mit einfacher körperlicher Gewalt ab. Ein Beamter ist leicht verletzt worden.

Ins Gewahrsam nach Brandenburg

Den 21-Jährigen brachte man ins Gewahrsam nach Brandenburg an der Havel. Da er betrunken war, musste er pusten: 1,87 Promille. Gegen ihn wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Die anderen, meist alkoholisierten Gäste kamen letztendlich dem Platzverweis nach. Die Polizei erstellte schließlich noch eine Strafanzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen – vorerst gegen unbekannt. Gut zweieinhalb Stunden dauerte der Einsatz.