Klares Ja zum Asylbewerberheim

Maz vom 20.​11.​2013

Am Montag hat der Sozialausschuss von Bad Belzig die Pläne für den Umbau des Übergangswohnheims für Asylbewerber am Weitzgrunder Weg vorgestellt. Die Veranstaltung war mit Spannung erwartet worden, da eine Initiative seit Wochen gegen das Heim Stimmung macht. Doch an dem Abend blieb es ruhig, die erwarteten heftigen Proteste blieben aus.

. „Wir freuen uns, dass der Landkreis Potsdam-Mittelmark investieren und für vernünftige Lebensbedingungen im Übergangswohnheim sorgen will. Es hat sich seit 20 Jahren etabliert und gehört zu unserer Kur- und Kreisstadt“, sagte Uta Hohlfeld (Die Linke). „Ich glaube da für die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung sprechen zu können – wenn nicht sogar für alle.“ Im Tagungssaal des Bürgerhauses, wo es am Montagabend kaum noch Stehplätze gab, wurde die Aussage zumindest mit großem Beifall aufgenommen.

Der städtische Ausschuss für Soziales, Bildung, Jugend, Kultur und Sport hatte sich dort planmäßig über den vorgesehenen Umbau der Einrichtung am Weitzgrunder Weg informieren lassen. Weil seit einiger Zeit eine Bürgerinitiative „Nein zum Heim in Bad Belzig“ via Internet dagegen Stimmung macht, war die Sitzung des Gremiums mit einer gewissen Spannung erwartet worden. Sie ging ruhig über die Bühne, was nicht zuletzt daran lag, dass die Mehrheitsverhältnisse im Raum deutlich geklärt waren und die Vorsitzende streng nach Geschäftsordnung verfuhr. Nach der nur wenig genutzten Einwohnerfragestunde hatten zum betreffenden Tagesordnungspunkt lediglich noch die Abgeordneten das Wort.

Zuvor hatten Gertrud Meißner und Heike Kranz die Pläne des Landratsamtes Bad Belzig vorgestellt. Es ist Betreiber und will demnach das derzeit noch vom Land Brandenburg gepachtete Grundstück für einen sechsstelligen Betrag erwerben und dann einen Teil der bestehenden Gebäude für knapp 780 000 Euro sanieren und für zwei Millionen Euro neu bauen. Die Notwendigkeit sei vor allem bau- und brandschutztechnisch zu begründen, wie es hieß.

Die Fachdienstleiterin hat außerdem erklärt, dass es sich nicht um eine Erweiterung handelt. Vielmehr bleibt die Kapazität während der Bauphase bis 2016 auf 100 Plätze beschränkt. Danach sollen wieder wie ursprünglich 120 Personen dort beherbergt werden können. Wie Gertrud Meißner darüber hinaus berichtete, muss der Landkreis Potsdam-Mittelmark in diesem Jahr insgesamt 346 Asylbewerber und Flüchtlinge aufnehmen. Neben Bad Belzig sind sie – wie berichtet – nach Beelitz-Heilstätten und Teltow verteilt worden. Der Zustrom aus Krisengebieten in Afrika und Asien werde freilich absehbar anhalten.

Die Ausländer möglichst gut zu integrieren, ist eines der Ziele, weshalb sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark neben der beratenden Sozialarbeit laut Getrud Meißner insbesondere mit dem Angebot des Deutschunterrichtes für sie engagiere. Dies treffe nicht minder auf deren Kinder zu, denen Tagesstätten- und Schulbesuch ermöglicht werden soll.